Der Schlossbrunnen
Das Grundstück auf dem sich der Schloßbrunnen befand wurde in den vergangen Jahrenzehnten durch die Gemeinde verpachtet und als Gartengrundstück genutzt.
Bei der Übernahme durch das "Bürgerprojekt" im März 2011 befanden sich auf dem Grundstück ein kleines Gartenhaus sowie ein Geräteschuppen.
Bepflanzt was das Grundstück u.a. mit diversen nicht heimischen Nadelhölzern.
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Ausschnitt aus dem Lageplan der Burg Gleiberg Quelle: Centralblatt der Bauverwaltung. Hersg. im Ministerium der öffentlichen Arbeit. IX. Jahrgang, Berlin 1889. Seite 468. |
Zum Nachbargrundstück befindet sich eine alte Bruchsteinmauer, der Rest des Grundstückes ist teilweise mit einem Lattenzaun und Maschendrahtzaun eingezäunt.
Die Mauer zum Nachbargrundstück befindet sich in einem desolatem Zustand; sie wurde nur noch durch den Efeu zusammen gehalten, der zwischenzeitlich durch das Bürgerprojkt beseitigt wurde.
Giessen und seine Umgebung, von Eduard Duller, 1840, Seite 56.
Auf dem Grundstück befindet sich ein Brunnen der bis 1887 wie auf dem Bild rechts aussah. Anhand der auf dem Bild befindlichen Personen und den sich ergebenden Größenverhältnissen gehen wir davon aus, dass der "Stempel der Brunnenkonstruktion ca. 4,00 m hoch war und der Ausleger eine Gesamtlänge von ca 7.00 m hatte.
Rheinische Provincial-Blätter für alle Stände, Band 3, 1834, Seite 133
Nach 1887 wurde der Ziebrunnen abgebaut und an seiner Stelle wurde eine einfache Schwengelpumpe installiert. Wir vermuten, das die Änderung der Brunnenkonstruktion folgenden Hintergrund hat:
Nach den von uns oben angegebenen Maßen der Holzkonstruktion des Ziebrunnens ist davon auszugehen, dass mit diesem aus einer Tiefe von maximal 4,50 Meter Wasser geholt werden konnte.
Durch Absenkung des Wasserspiegels war es schließlich nicht mehr möglich, mit der ursprünglichen Konstruktion Wasser zu holen, so dass der Brunnen zurückgebaut und statt dessen die Schwengelpumpe installiert wurde.
Das Bürgerprojekt hat es sich zum Ziel gesetzt, den Brunnen in seiner ursprünglichen Form als Ziehbrunnen wieder herzustellen.
Wetzlar'sche Beiträge für Geschichte und Rechtsalterthümer, Band 1, 1840, Seite 296.
Nachdem wir die Eisenplatteeentfernt hatten, die den Brunnen bedeckte, fanden wir den Brunnen in folgenden Zustand vor:
"Er war zugeschüttet mit Steinen, Unrat und Erde". Insgesamt wurden ca 8. Kubikmeter Material aus dem Brunnen geholt.
Der Kreis Wetzlar, historisch, statistisch und topographisch, Friedrich Kilian Abicht, 1836, Seite 39.
Nachdem wir das Material entfernt hatten, stellte sich der Brunnen wie im Bild recht zu sehen dar.
Wir haben eine Tiefe von ca. 5 Metern erreicht und sind auf Wasser gestoßen und werden auch nicht tiefer graben. Da wir auf eine Lehmschicht gestoßen sind und keinerlei "Unrat" mehr vorhanden war, gehen wir davon aus das wir die ursprüngliche Tiefe des Brunnens errreicht haben.
Der Brunnen besteht aus rund bearbeiteten Standsteinen, die sich insgesamt in einem sehr gutem Zustand befinden.
Centralblatt der Bauverwaltung, 1889, Seite 467.
Wir haben das Grundstück aufgeräumt und im Brunnen die Fragmente gefunden, die früher als Umrandung des Brunnens dienten.
Zu den Fragmenten haben wir folgende These:
"Als der Ziebrunnen abgetragen worden ist, wurde diese Brunnenkranz angelegt der als "Sockel" für die Schwengelpumpe diente."
An der Einfassung des Brunnens standen die Worte: "Christus ist die Quelle des Lebens. Julius Bruelius" Dieser Brülius war um 1550 Pfarrer zu Gleiberg.
Geschichte von Burg Gleiberg von Dr. Hugo von Ritgen, 1881, Seite 17





